Freitag, 31. Oktober 2008

Gerechte Rache

Ich bekomme mittelschwere Nervenzusammenbrüche und Sinnkrisen, wenn mal wieder ein "Beowulf"-Film in die Kinos kommt. Ich ertrage einfach nicht, wie wenig - und was - da von dem eigentlichen Text übrigbleibt.

Aber endlich habe ich meine eigene kleine Rache gefunden: Henry VIII in "The Tudors"! Für alle, die sich mit seiner Zeit so beschäftigen wie ich mich mit dem 10. Jahrhundert, ist diese Serie bestimmt das Grauen. Aber für mich gibt es grade nichts Schöneres, als mit einem Glas Rotwein auf der Couch zu liegen, und mich zu wundern, wie sich die Geschichtsschreibung bloß so irren konnte. Es muss der Neid der Gelehrten gewesen sein, der uns bisher über das blendende Aussehen und das fantastisch erotische Charisma dieses durchaus liebenswerten blutrünstigen Königs im Dunkeln gelassen hat:



Mein persönliches Reenactment ist jedenfalls in vollem Gange. Phase 1: die modische Retrolution! 200 Meter Korsettschnürung? Pah! Nach Intelligenztest, Makrameeschnellkurs und Selbsttötungsversuchen nach Anleitung an der Türklinke nach nur 1,5 Stunden gar kein Problem mehr! Long live King Henry!

Letzte Worte

Schon von Weitem konnte ich jede Menge Blaulichter sehen, als ich grade nach Hause kam - und irgendwie gefährlich nah an meiner Wohnung! Feuerwehr, Rotes Kreuz, Polizei. Tja. Schräg gegenüber - so viel weiß ich inzwischen - brennt(!) wohl eine Gasflasche. Oder es brennt, und das Gas tritt irgendwo aus? Wie amüsant. Die Straße ist jedenfalls gesperrt und die jungen Lebensretter reißen Witze über die ausweglose Lage, die alle Anwohner draußen mit unglaublich gelöstem Lachen beantworten. Evakuiert wurden wir aber noch nicht ...

Es war schön mit euch!

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Frohes Erwachen

Letzte Nacht habe ich im Traum ein unfreiwilliges Branding bekommen.
Skurril genug, aber es war ein 20 x 20 cm großer, roter Traktor!

Samstag, 27. September 2008

Knick knack!

Heute hatte ich die erste Stunde Ashtanga Yoga bei Knochenknacker-Karle. Zwischendurch fühlte ich mich in meine Schulzeit zurückversetzt, als der Sportlehrer bei der Korbleger-Prüfung entnervt schnauzte: "Ich weiß, dass du da nicht dran kommst, aber tu doch wenigstens so, als würdest du springen!"

"Ich will doch nur sehen, dass du es versuchst! Das reicht mir doch schon!" hieß es heute, als ich hoch konzentriert im Schneidersitz saß, die Muskeln zum Zerreißen gespannt, sämtliche Bandhas in Hab-Acht-Stellung, die Arme wie Schaukelstützen im Boden verankert, aber da hob sich kein Po in die Lüfte. Ich bin doch kein Orang-Utan!

Dabei ist dieser Lehrer so hübsch und geschmeidig, dass ich eigentlich, wirklich und unbedingt durchaus würde tun wollen, was er sagt! Zum Glück gibt es ja aber immer Luft nach unten. Für nächste Woche werde ich eine spektakuläre Knotenstarre im "spreizfüßigen Kranich" einstudieren. Mal sehen, wer dann zuletzt lacht!

Samstag, 13. September 2008

Besetzungscouch

Da der Tanzkurs ja noch nicht lief, fand ich es eine kluge Idee, weiter nach einem passenderen Gegenüber zu suchen. So traf ich mich an fremdem Ort mit fremdem Menschen zum Kennenlernen und hatte einen unerwartet interessanten, unterhaltsamen Abend. Dieses selbstbewusste Drauflos klingt so wenig nach mir, dass ich mich - um die positive Erfahrung nicht ungenutzt verpuffen zu lassen - schon frage, wen ich als nächstes casten könnte. Katzenfutterreservist? Bettlakenentkrümler? Ich muss mich gleich an die Stellenbeschreibungen machen.

Und wenn es mit dem Tango nicht klappt, wird es wohl der Lindy-Hop!

Freitag, 5. September 2008

Genau so!



Ab Oktober dann auch ich! Die bisherige männliche Besetzung ist allerdings 10 Jahre jünger (was mich nicht wirklich stört) und 30 cm größer (worin ich ein unlösbares tanztechnisches Problem sehe). Aber es sind ja erstmal nur 5 Schnupperstunden. Ich werde meinen Tanguero schon finden! Rrrrrr ...

Sonntag, 31. August 2008

Das Mädchen und der Tod

Anfang der Woche habe ich noch einen Essay über Izima Kaoru übersetzt, den japanischen Fotografen, der seine "Tatorte" mit schönen toten Frauen in Haute Couture ausstaffiert. In dem Text wurde auch ein Bezug hergestellt zu House of the Sleeping Beauties von Yasunari Kawabata (hier in unjapanischer Verfilmung) und einer generellen Vorliebe der Asiaten für Puppen oder Figuren, die damit erklärt wurde, dass eine Vielzahl asiatischer Männer so unselbständig aufwächst und so unreif bleibt, dass sie später nicht in der Lage sind, Beziehungen zu selbständigen Frauen aufzubauen. Die Faszination von Puppen in diesem Zusammenhang kann ich nachvollziehen, auch wenn ich nicht gedacht hätte, dass das etwas so spezifisch asiatisches ist. Bellmer ist wohl in Europa eins der bekanntesten Beispiele mit seiner Poupée ...

... Aber um sich speziell vom Tod derartig faszinieren - oder erotisieren - zu lassen, da muss es doch noch andere Triebkräfte geben, oder? Klar. Das könnte man jetzt auch bei Baudrillard nachlesen - sagt mein Essay - in "Symbolic Exchange and Death". Ich glaube da ist die Leiche eins der "Körpermodelle", neben der Maschine, dem Mannequin und ... äh ... naja, es waren halt vier. Man kann sich aber auch vor den Fernseher setzen und selber grübeln. Zum Beispiel über einer DVD, die in die gleiche Kerbe schlägt: Ab-normal Beauty.

Eine Kunststudentin wird Zeugin eines tödlichen Unfalls und fotografiert nach erster Selbstüberwindung die Leiche. Von da an ist sie vollkommen fixiert auf den Tod. Sie meint, sie hätte endlich das perfekte Bild gefunden. Allerdings fürchtet sie über dieser Fixierung auch den Verstand zu verlieren. Der Trailer ist zusammengeschnitten, als wäre es ein Horrorfilm. Eigentlich steht aber das psychologische Drama deutlich im Vordergrund. Ein sehr interessanter Film, wie ich fand.