Samstag, 12. Juli 2008

Sonntag, 6. Juli 2008

Her bigger, fatter, Greekist wedding

Letztes Wochenende hat die ganze Kanzlei ihre Koffer gepackt und ist nach Griechenland geflogen, wo in einem kleinen Dorf in der Nähe von Athen meine Vorgängerin ihren Iosif geheiratet hat.

Bei siebzig Grad im Schatten haben wir zwei Tage lang gefeiert, während sich die Braut aus ihrer Reispanade zu befreien suchte. Der wird dort nämlich innerhalb der Kirche geworfen und klebt toll am verschwitzten Frauenkörper! Für die anschließende Feier hatten die Herren Anwälte extra einen kleinen landestypischen Tanz vorbereitet, der - wie ihr hier sehen könnt - von den Einheimischen angemessen bejubelt wurde:



In der Kürze der Zeit haben wir Städte erobert, ...

... die Akropolis erklommen, ...

(ja, der Wind kam von offensichtlich von oben!)

... das Mittelmeer durchschwommen ...

... und all unser Geld in zeitlose kulturelle Güter investiert. Schön war's! Hach, ich könnte so viel schreiben, aber wer soll das alles lesen? Fliegt halt hin, schaut es euch an und fühlt euch genauso gut wie wir im Schatten des uns immer noch unbekannten Baumes auf der Terrasse des Cafes am Meer von Diakofto.

Wuff, wuff, ein Stöckchen!

Dank Andreas heißt es nun: Runter mit den Hosen!

4 Jobs, die du in deinem Leben hattest:

* Zimmermädchen
* Kopiergerätewartungsmäuschen (Ha!)
* Altenglischtutorin
* Lottoscheinverkäuferin

4 Filme, die du immer wieder anschauen kannst:

* Breakfast at Tiffany's
* Der Stadtneurotiker
* so ziemlich jeden auch nur mittelmäßigen Vampirfilm
* Der Marathon Mann

4 Orte, an denen du (gern) gewohnt hast:

* Holzbüttgen
* Kaarst (Holzbüttgen)
* Neuss
* Kaarst (nicht Holzbüttgen)

4 TV-Serien, die du gerne anschaust:

* Friends
* Dr. House
* Kunst und Krempel
* Neues aus Büttenwarder

4 Plätze, in denen du im Urlaub warst:

* Nova Scotia
* Austin, Texas
* York, GB
* Nea Peramos, Greece

4 Webseiten, die du täglich besuchst:
(wenn ich *täglich* ernstnehme, sind das wohl)

* http://beowulf.engl.uky.edu/~kiernan/BT/Bosworth-Toller.htm
* www.perlentaucher.de
* www.proz.com
* http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite

4 deiner Lieblingsessen:

* mit Gorgonzola gefüllte Datteln
* gegrillte Muscheln
* frisches Nussbrot mit Käse und Wein
* Salat, Salat, Salat

4 Plätze wo du gerne im Augenblick sein möchtest:

* Fountains Abbey!
* in einem schattigen Cafe irgendwo im Süden
* Austin
* genau hier - nur mit einem weicheren Kissen im Rücken

4 Blogger, denen du das Stöckchen weitergibst:

* Das ist nicht der Augenblick, um so etwas wie ein Sozialverhalten zu entwickeln! Aber schön, dass wir mal drüber gesprochen haben ...

Samstag, 14. Juni 2008

Today's Pearl of Wisdom: "Der springende Punkt"

Das Schöne am Übersetzen ist, das man seinen ohnehin schon unnützen Sprachschatz um Begriffe bereichern kann, die man nie wieder brauchen wird – Entropie! Disjunktion! Serendipidität! –, so dass ein unendlicher Fundus an unnützen Begriffen entsteht, der das Auffinden des ja beständig neuen zu suchenden treffenden Wortes mit der Zeit nahezu unmöglich macht. Noch viel schlimmer ist allerdings die plötzliche Tiefenforschung in Begriffe, die man kennt und findet und die (trotzdem?) treffend sind.


Hätten Sie's gewusst?

Der Ausdruck springender Punkt wurde ursprünglich zur Bezeichnung eines in der Physiologie beobachtbaren Phänomens geprägt. Das punctum saliens oder der springende Punkt bezeichnet in der Wissenschaft der Physiologie den pulsierenden Blutpunkt, der sich im Experiment – z. B. am bebrüteten Hühnerei – etwa am vierten Tage nach der begonnenen Bebrütung bemerkbar macht.

Aristoteles hat in seiner Tierkunde (Hist. An. VI 3, 561a12f.) zum ersten Mal vom Springen (A. gebraucht das Verb πηδαω, ich hüpfe, springe) eines Blutpunkts (σθιγμη αιματινη) gesprochen.

Davon abgeleitet hat sich die Redewendung, wonach es sich beim springenden Punkt um das Herz bzw. den Kern eines Objektes oder einer Fragestellung handelt.

William Harvey, der Entdecker des Blutkreislaufs, beschreibt das Phänomen so:

»Wenn am vierten Tage eine Untersuchung am Ei vorgenommen wird, ist die Metamorphose schon größer und die Verwandlung schon bewundernswürdiger –, und mit jeder Stunde im Verlaufe des Tages augenscheinlicher. In diesem Zeitraum findet der Übergang vom pflanzlichen Leben zum tierischen Leben im Ei statt. Jetzt nämlich zeigt sich ein dünner, rötlicher Rand in der Eiflüssigkeit und, beinahe in seinem Zentrum, zuckt ein springender, blutfarbener Punkt, so klein, dass er im Moment seiner Diastole wie ein kleiner Feuerfunken hervorleuchtet, und er dann, in seiner Systole, dem Blick wieder ganz entschwindet. Als eine solches kaum sichtbares (Kommen und Verschwinden) zeigt sich der Anfang des tierischen Lebens, der von der plastischen Kraft der Natur initiiert wird!«
(»Quarto itaque die si inspexeris, occurret jam major metamorphosis, & permutatio admirabilor; quae singulis fere illius diei horis manifestior fit; quo tempore in ovo, de vita plantae, ad animalis vitam fit transitus. Jam enim colliquamenti limbus linea exili sanguinea purpurascens rutilat: ejusque in centro fere, punctum sanguineum saliens emicat: exiguum adeo, ut in sua diastole, ceu minima ignis scintillula, effulgeat; & mox, in systole, visum prorsus effugiat, & disparear. Tantillum nempe est vitae animalis exordium, quod tam inconspicuis initiis molitur plastica vis Naturae!«) In: Gulielmi Harvei,Opera II, Exercitationes de Generatione Animalium, Leyden 1737, S. 66.
Eigentlich forschte ich ja nach dem "horizontalen punctum" (dem recht toten Schlusspunkt in Frauengestalt in der Fotografie von Izima Kaoru):

Dass ich dabei die oben verewigte Weisheit fand, schulde ich also der Serendipity! Wie kann ich nur von Unnutz reden! Es benötigt halt noch ein wenig temporaler Disjunktion zu meinem aktuellen Translationserlebnis, damit ich die Gnade meines Berufes mit Demut würdigen kann.

Samstag, 17. Mai 2008

Conservapedia

Also mir war diese Perle der Welterklärung und ihre Mission, das christliche Abendland zu retten, bisher völlig entgangen. Featured Article of Today: Atheism - natürlich absolut wertungsfrei:
Although atheists claim there are reasonable arguments for atheism, the quality of atheist debate has been quite poor from the proponents of atheism. Below are some examples which demonstrate the unreasonableness of atheist debaters.
Besonders empfehlenswert auch die Einlassungen zu Atheism and Mass Murder. Unnötig zu erwähnen, dass das Gegenstück zum Atheismus nur ein christlicher Gott sein kann ...

Was man da über Homosexualität zu lesen bekommt, kann man sich natürlich denken. Ich habe es mir nicht vollständig angetan, aber das Inhaltsverzeichnis zum Artikel, inklusive "Commonness of Homosexual Murder", ist schon vielsagend.
Equally high is the number of homicides, many probably related to transient attachments, which often lead to suspicion, jealousy, and murder. When murder does occur it is exceptionally brutal with an overkill appearance... Overkill, as it is seen in homosexual and lesbian murders, is certainly a form of sadistic crime. In these instances multiple stabbing and other brutal injuries...are common findings ...
Die genannten Motive sind mir als braver, christlicher, heterosexueller Frau natürlich gänzlich unbekannt ...

Ich bin versucht, mich dem Bösen anzuschließen und die Editierfunktion zu testen. Aber ich habe den Verdacht, dass vorher mein Leben durchleuchtet und mein Leumund mit Weihwasser ertränkt wird. Vielleicht gehe ich lieber ein bisschen in die Welt und übe mich in BAD RELATIONSHIPS (Category: Sin).

Samstag, 10. Mai 2008

A Night Out



a lazy duet for two men, about pretty much nothing
just a bunch of fast tricks and stuff

Gestern war ich endlich mal wieder bei einer richtig klasse Tanzaufführung. Nicht die da oben, sondern die Gewinner des goldenen Tanzbären bei der Biennale in Venedig 2007: Chris Haring / liquid loft mit "Posing Pjoject B - The Art of Seduction". Die waren als Teil des Festivals "scene: Österreich in nrw" im Tanzhaus NRW. Eine wunderbare Mischung aus Tanz, Schauspiel und sehr lustiger Beobachtungsgabe. Leider fand ich aber kein Video. Dafür fand ich es recht wohltuend, dass einmal nicht die üblichen Provokationen (nackt), Sozialkritik (nackt) und pathetischen Körpererkenntnisfloskeln (nackt) vorgeführt wurden, sondern sehr einleuchtende, deshalb lustige und trotzdem ernsthafte Beobachtungen zur menschlichen Selbstdarstellung und deren Bedingtheiten (fast nackt!).

Dass das Steinpilzragout in der Sonne des hauseigenen Bistros vorher nur aus einem Steinpilz bestanden hatte, war schnell verziehen und vergessen. Aber die Meuser-Eröffnung in der Kunsthalle hätte ich mir im Anschluss sparen sollen. Die "Poesie und der Humor" der Stahlbauten war nach dem schönen Auftakt eben nicht die meine.